Heute tickert es über alle Kanäle: Jens Lehmann hört auf!

Irgendwie ist das eine Manie der Torhüter, dass sie sich für die größten und geilsten Spieler halten. Denken wir an Oliver Kahn, dessen Hand oft im Gesicht der Gegen- und Mitspieler war, wo sie nichts zu suchen hatte. An das Säbelrasseln von Adler, Neuer und Wiese wer denn nun Nummer 1 im Nationaltor wird. Und dann ist da auch noch ein Jens Lehmann.

Jens Lehmann ist ein Exzentriker. Er ist das Maß aller Dinge, wenn es nach ihm geht. Ständig brachte er sich ins Gespräch für die Nationalmannschaft. Auch wenn er eigentlich schon lange abgesägt war. Immer wieder aufs Neue, wenn andere Torhüter im Nationaltrikot patzten, gab er zu verstehen, dass nur er die einzig wahre Nummer 1 sein kann. Teilweise wirkte es schon skurril und nervig. Aber er war immer im Gespräch.

Wir kennen Jens Lehmann auch als Verrückten. Als ihn in Hannover ein Balljunge verballhornte, konnte Lehmann richtig aus der Haut fahren. Vorwürfe fielen, das Hannover 96 damit auf Zeit gespielt hat. Der Balljunge hätte eine schlechte Erziehung genossen, und Lehmann fühlte sich berufen den Prediger von Moral, Benimm und Anstand zu machen. Danach musste er dringend nach Hause, um seine Kinder so zu erziehen, dass sie nicht werden wie der schelmische Balljunge.

Aber das gerade von Lehmann, der bis zuletzt auffiel mit merkwürdigen Aktionen auf und neben dem Platz. Er entsorgte Schuhe des gegnerischen Mitspielers mit einem gekonnten Wurf auf das Tor. Dann und wann rempelte er rüde einen Gegner an, um dann direkt danach zu tun, als sei nichts passiert. Er machte sich zum Pipi-Jens als er hinter der Werbebande (wohlgemerkt im laufenden Spiel) „vermutlich“ seine Blase leerte. Und auch wie er von sich reden machte, als ein Fan versuchte ihn zur Rede zu stellen, ob er nicht einmal normal sein kann. Er nahm diesem Fan die Brille weg und ging damit in aller Ruhe davon. Ja auch das ist Jens Lehmann, der immer wieder neben seiner exzentrischen Art auch teilweise verrückt ist.

Gerne denke ich an die Zeit zurück, als das Motto lautete „Zu Gast bei Freunden“, und es richtig heiß war, strahlend blauer Himmel, und die Fußball-WM direkt vor der Tür. Noch heute überkommt mich ein irres Gefühl der Freude und Sehnsucht in mir auf, wenn ich an jene vier Wochen zurück denke. Doch einige Spiele blieben ganz besonders gut im Gedächtnis gespeichert. Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien ist eines dieser Spiele.

Lange Zeit führten die Gauchos ehe das etwas erlösende 1:1 erzielt wurde. Was habe ich bei diesem Spiel gezittert und gehofft das es gut ausgeht. Am Ende kam dort Jens Lehmann und ein mysteriöser Zettel ins Spiel. Noch heute spielen sich die Bilder ab, wie ich mit vielen anderen auf dem Spielbudenplatz stand und die Menge „Lehmann“ skandierte. Er wurde dort zum Elfmeter-Held, der uns durch seine tollen Paraden den Einzug in das Halbfinale sicherte.

Und nun geht ein weiterer großer Schlussmann von der großen Fußballbühne. Ein Torwart der durch seine Exzesse und skurrilen Aktionen immer für Heiterkeit sorgte. Ein Torwart der in unserer Heimspiel-Weltmeisterschaft zum Helden wurde. Man kann sich nur bei Jens Lehmann bedanken, für wunderbare und tolle Jahre, die unser Fußballleben deutlich bereichert haben. Danke Jens!

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Von: Johannes Bade

Ein Kommentar zu Exzentriker, Verrückter und Held! Danke Jens!

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