Leute, was passiert in unserem Verein? Es passieren Dinge die mir sehr weh tun, mich traurig machen und auch verdammt wütend. Die Außendarstellung unseres Vereins ist schon geraume Zeit völlig daneben. Für die Boulevardpresse sind die Querelen, die es zwischen Spieler und Trainer gab, die es zwischen Spieler und Fans gab und gibt, und die es zwischen den Fans selber gibt, ein gefundenes Fressen. Die BILD und die MoPo erfreuen sich daran, wenn wir denen solche Stories frei Haus liefern.

Erst wird von den Medien Berichtet, dass die Mannschaft bewusst gegen den Trainer spielt. Ja, klar hatte es den Anschein danach. Zumal ja auch immer neue Meldungen durch die Medien geisterten. Zugegeben war und bin ich zu keiner Zeit Fan von Labbadia gewesen. Aber ich sagte allen mit denen ich über den Trainer sprach, dass ich der Meinung war, diesem eine faire Chance zu geben. Aber was ich nach Bastians Worten nicht mehr glaube, das man bewusst gegen den Trainer gespielt hat. Ich könnte jetzt neue Spekulationen aufgreifen, will es aber nicht.

Dann äußern sich Spieler, dass wir als Fans die Spieler zu wenig unterstützen. Dazu gab es auch noch Pfiffe von den Fans während des Spiels. Auch hier hat sich die Boulevardpresse auf das Thema gestürzt. Man konnte ja auch Herrlich weiter Unfrieden beim HSV stiften, wenn man als meinungsmachendes Medium einen Keil zwischen Spieler und Fans treibt. Aber wir konnten der Presse verdeutlichen das dieser Keil nur in deren fiktiven Spinnereien existiert.

Weiter sagen einige, dass sie aufgrund der Enttäuschung nicht zum HSV gehen. Ich kann die Enttäuschung verstehen, schließlich habe auch ich gelitten unter der eigentlich unverdienten Niederlage im Halbfinale und bei der 1:5 Klatsche gegen Hoffenheim. Ich habe für mich entschieden trotz hängenden Kopfes zum Spiel zu gehen. Ich mache aber niemand den Vorwurf, dem einfach die Kraft fehlte zu dem Spiel zu gehen.

Das Spiel war schön anzusehen, und natürlich freut man sich über die Tore der eigenen Mannschaft. Jeder Mensch hat doch eine andere Art seine Enttäuschung und Trauer zu verarbeiten. Aber warum zerfleischt man sich jetzt im Forum des Supporters Club gegenseitig? Sollen wir alle die Mannschaft auspfeifen wenn sie Tore machen? Sicherlich ist dieser Sieg gegen den Glubb keine wirkliche Widergutmachung für die verkorkste Saison. Aber jedes einzelne Tor war Balsam für die so oft in dieser Saison geschundene Fanseele.

Dann diese unsägliche Schlägerei während des Spiels. Wir sind doch alle HSVer und sollten uns nicht schlagen, nur weil wir gegenteilige Meinungen vertreten. Und mir braucht keiner zu sagen, dass man das nur bewerten kann, wenn man alles bis ins Detail weiß. Ich hole hier auch mal ein ganzes Stück weiter aus:

Man kann zu Hoffmann stehen wie man will. Das ist das Schöne an unserer Gesetzgebung, das jeder seine eigene Meinung frei verkünden darf. Sicherlich hat Hoffmann viele Fehler in seiner Amtszeit gemacht. Diese darf und muss man ihm auch Vorwerfen. Aber man darf nicht nur das negative sehen, sondern man muss auf differenzieren. Klar hat Hoffmann zu lange an Labbadia festgehalten. Und auch klar ist das Hoffmann deutlich seine Kompetenzen überschreitet, wenn er ins sportliche Geschehen reinredet. Das soll nicht heißen, dass Hoffmann nicht seine Sicht der Dinge äußern darf. Nur es sollte einen geben der alleine für den sportlichen Bereich zuständig ist. Und Hoffmann kümmert sich um das Finanzielle. Das ganze sollte vom Aufsichtsrat gründlich überwacht werden.

Wenn jetzt einige der Fans meinen Hoffmann muss seine Siebensachen nehmen und gehen, dann steht diesen Fans die Meinung frei. Andererseits gibt es auch welche die meinen Hoffmann muss vergöttert werden, weil wir finanziell solide dastehen. Ihnen steht auch die Meinung frei. Man kann sich dann sicher durch Pfeifen und Sprechchöre gegenseitig die jeweilige Meinung im Stadion stecken. Aber was am Samstag passiert ist geht eindeutig zu weit.

Im Block 25A und 22C wurden Anti-Hoffmann-Parolen gebrüllt. Daraufhin gab es erst laute Pfiffe. Das ging so noch paarmal so weiter. Kurze Zeit später flogen dann schon die ersten Becher als Antwort auf die Anti-Hoffmann-Parolen. Davon schien sich die Anti-Hoffmann-Fraktion wenig beeindrucken zu lassen. Das ging so weit bis der Vorsänger von Poptown die volle Ladung Bier abbekommen hat. Dies führte dann zu einer heftigen Diskussion und wenige Augenblicke später zu einer handfesten Auseinandersetzung.

Ich distanziere mich von der Anti-Hoffmann-Fraktion wie auch von der Pro-Hoffmann-Fraktion sehr deutlich. Hoffmann muss definitiv Macht abgeben, da gibt es eigentlich keine andere Möglichkeit. Das würde bedeuten, dass wir noch einen starken Sportchef an Hoffmanns Seite bräuchten, der Hoffmann gleichgestellt ist. Nur für den Fall das dies nicht möglich sein sollte, sehe auch ich keine andere Möglichkeit, dass Hoffmann gehen muss. Nur von einer pauschalen aus der Emotion heraus entstandenen Verurteilung oder Verteidigung halte ich absolut nichts.

Jetzt ist das Spiel schon zwei Tage her, und im Forum des Supporters Club entbrennt eine Besserfan-Diskussion! Was soll das? Was bringt das?

Ganz ehrlich: Es bringt uns nichts, außer dass die anderen Vereine über uns lachen. Sie lachen über uns, weil wir mal wieder uns mit einer Kampagne sehr weit aus dem Fenster gelehnt haben. Weil wir nichts von all dem gehalten haben, was wir noch am 5. Spieltag herausgebrüllt haben. Und weil wir nach der Verpatzten Saison uns wieder mal schön gegenseitig zerfleischen.

Und ganz ehrlich Leute, das macht mich traurig. Es tut echt weh, wenn man sich das alles anschauen muss. Am Samstag fahre auch ich nach Bremen, mit dem Gedanken daran was uns für Häme erwartet, wenn wir verlieren und nächste Saison nur zugucken, wenn andere Vereine in der Europa League spielen. Aber dieses hämische Lachen der Bremer wird noch schmerzhafter und zermürbender sein, wenn wir ihnen auch noch Steilvorlagen geben für weitere Gemeinheiten.

Und letztendlich würden wir damit auch nur wieder der hetzenden Meute von Boulevard neue Nahrung bieten. Das kann und darf nicht unser Ziel sein! Denn mit solchen Querelen stören wir uns am Ende nur selber. Erfolg hängt auch von einer geeinten Basis ab. Und solange wir diese nicht haben, werden wir keine Erfolge feiern können. Also hört auf euch gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben. Hört auf euch mit Dreck zu bewerfen, der von außen herein getragen wird. Nur so können wir alle was erreichen. Mit »wir alle« sind die Vereinsgremien, die Spieler und auch wir Fans gemeint.

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Und es tut immer noch weh!, 4.4 out of 5 based on 13 ratings
Von: Johannes Bade
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2 Kommentare zu Und es tut immer noch weh!

  1. larsiato sagt:

    Dem gibt es nichts weiter hinzuzufügen!
    Super Beitrag !

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  2. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Rautensicht erwähnt. Rautensicht sagte: Neuer Blog: Und es tut immer noch weh! http://bit.ly/a30TH4 #HSV [...]

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